NAK Eberswalde | Gedanken zum Beten

Gedanken über das Beten:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr den Vater um etwas bitten werdet in meinem Namen, wird er’s euch geben. ( Joh.16; 23 )

Als Noah damals wissen wollte, ob die Gewässer der Sintflut gefallen wären und die Not bald überstanden sei, da ließ er einen Raben ausfliegen. Der flog immer hin und her, bis das Gewässer vertrocknete auf Erden. Danach ließ er eine Taube ausfliegen; die fand nichts, wo ihr Fuß hätte ruhen können und flog zurück zur Arche. Nach sieben Tagen ließ er abermals eine Taube ausfliegen, die kam zu ihm um die Abendzeit und siehe sie hatte ein Ölblatt abgebrochen und trug es im Schnabel. Noah wartete noch weitere sieben Tage und schickte noch einmal eine Taube los, die kam nicht wieder zurück, denn sie hatte trockenes Land und sicheren Boden auf der Erde gefunden.

Diese geflügelten Boten, welche Noah über die Wasserflut auf Kundschaft ausschickte, können zu einem schönen Gleichnis für unsere Gebete dienen. Es gibt Gebete, die sind gleich Noah’s Raben. Sie fliegen zwar aus, aber sie finden keine sichere Stätte; sie flattern zwischen Himmel und Erde mit schwarzen Flügeln und heiserem Geschrei. Solche ,,irdischen Gebete“ fordern oft nur, voll unruhiger Leidenschaft und Ungeduld, Dinge, an die man zum größten Teil auch noch selber zweifelt. Solcher Mensch denke nicht, dass er etwas vom Herrn empfangen werde. ( Jak. 1; 6,7 )

Dann gibt es Gebete die gleichen Noah’s ersten Taube. Sie sind vielleicht schüchtern und bescheiden, suchen aus frommen Herzen nach Trost und Hilfe und kommen doch zurück, ohne eine frohe Botschaft. Wenn es uns so ergeht, obwohl wir ehrliche Christen sind, dann wollen wir es wie Noah halten. Er streckte die Hand aus und nahm sein Täublein wieder in den Kasten. Ohne auf sein Beten schimpfen, als wäre es zu nichts nütze, nahm er es voller Geduld noch einmal in sein Herz. Um dann auf’s Neue, gemäß der Mahnung: „Haltet an am Gebet; betet ohne Unterlass!“ – Einen dritten Boten auszusenden, der brachte ihm ein Ölblatt zur Abendzeit. Es war noch nicht die volle Hilfe, aber dennoch ein Ölblatt der Hoffnung und des Trostes. Noch war es Abendzeit, noch war der Tag des Heils nicht angebrochen, aber das Abendrot verkündete einen schöneren Tag und ließ den gläubigen Mann Gottes neue Kraft schöpfen, zum Tragen und Dulden, zum Hoffen und Warten.

Dann endlich wollen auch wir beten wie der symbolisch vierte Bote, den Noah aussandte, und dieser kommt nicht wieder, kehrt nicht mehr zurück, weil er sein Ziel erreicht hat. Die Gewässer der Trübsal haben sich verlaufen, der Regenbogen der Gnade leuchtet zwischen Himmel und Erde und es ist die Zeit angebrochen nicht mehr nur mit Bitten vor den Herrn zu treten, sondern vielmehr ein Dankopfer anzuzünden, wie das Opfer Noahs auf dem Berge Ararat.

Wollen wir unsere Gebete überprüfen, ob wir wahrhaftig in dem Namen und in dem Sinne Jesu Christi beten! Nicht aus dem Dunkel der alten Kreatur und des alten Adams wollen wir beten, nicht unter dem Gesetz, weil wir allzumal Sünder sind, auch nicht um des frommen Anscheins wegen, weil wir Gotteskinder sind, sondern aus der Liebe und Dankbarkeit, zu unserem himmlischen Vater und dem Heiland Jesus Christus. In seinem Namen und in seinem Sinn, lasst uns vielmehr beten in Demut und Kühnheit zugleich. In Demut vor dem Vater dem allmächtigen Geber aller vollkommener Gaben, in der Kühnheit der Gewissheit, ich habe den mächtigsten Fürsprecher in dem Sohn des lebendigen Gottes. In diesem Sinne vertritt uns der heilige Geist mit welchem wir versiegelt sind und der Herr wird selbst zu einem solchen Gebet in seinem Sinn und Namen, sein Amen dazu geben. Niemand kann so selig loben und danken, wie ein vom Heiligen Geist erfülltes Herz. Wer kann so herzliche und innig mitfühlende Fürbitte tun, wie ein treues Gotteskind? Alles was wir nun in seinem Geist und Namen erbeten, wird uns der Vater geben, so es gut für uns ist. Die größte aller Bitten wird sich erfüllen, wenn der Vater seinen Sohn sendet und uns das Reich gibt, um das wir in jedem Gottesdienst und auch an einem jeden Tag in unserem Leben bitten. Vater! Dein Reich komme und dein Wille geschehe, in dem Namen deines Sohnes Jesus Christus. Amen!

(Frei nach Karl Gerok)

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