Passion Christi

Als die Passion (lat. f. erdulden, erleiden) Christi versteht man das Leiden und Sterben Christi in Jerusalem.

Die Berichte in den Evangelien werden auch als Passionsgeschichte bezeichnet. Als Christen sehen wir diese Schmerzenszeit Jesu als göttlichen Liebesbeweis an seine Kinder. Diese Wichtigkeit der Ereignisse zeigt auch die Tatsache, dass der Weg zur Kreuzigung der Zeitabschnitt ist, wovon die Bibel am meisten berichtet. In vier Evangelien behandeln 13 Kapitel den Leidensweg Jesu.

Beim Beschäftigen mit diesen Ereignissen, die heilsgeschichtlich von höchster Bedeutung sind, wird die Größe des Opfers ganz deutlich, das unser Heiland Jesus Christus aus Liebe zu uns Menschen gebracht hat. Seit dem 2. Jahrhundert nach Christi gedenkt man besonders an Karfreitag (auch Heiliger Freitag genannt) an das Leiden Christi. Auch wenn man heute weiß, dass Christus vermutlich schon am Donnerstag gekreuzigt wurde so bleibt man der jahrhundertelangen Tradition treu.

Was aber geschah bis zur Kreuzigung Jesu? Der Herr war, von Bethanien kommend, auf einem Esel unter dem Jubel der Volksmenge in Jerusalem eingezogen. Er reinigte den Tempel von den Geldwechslern und Taubenhändlern und heilte Gelähmte und Blinde, die zu ihm in den Tempel kamen (vgl.Matthäus 21, 14). Es folgten einige Auseinandersetzungen mit den Pharisäern und Sadduzäern. Dann sagte der Sohn Gottes die Zerstörung Jerusalems sowie des Tempels voraus und belehrte seine Apostel über die Zukunft. Er stellte seine Wiederkunft bildhaft im Gleichnis von den zehn Jungfrauen und von den anvertrauten Zentnern dar. Außerdem machte er deutlich, dass er gekreuzigt werden würde (vgl. Matthäus26, 2). Die Hohenpriester, Schriftgelehrten und die Ältesten des Volks kamen im Palast des Hohenpriesters Kaiphas zusammen und beratschlagten miteinander, wie sie Jesum Christum durch eine List gefangen nehmen und töten könnten. Derweil war der Herr nochmals nach Bethanien gegangen, wo er von einer Frau mit kostbarem Salböl gesalbt wurde. Das nun folgende letzte Abendmahl gehört bereits zum Karfreitagsgeschehen, da für die Juden ein neuer Tag bereits mit dem Untergang der Sonne beginnt. Der Herr ist mit seinen zwölf Aposteln in einem Saal zusammen. Er wäscht den Jüngern die Füße, danach setzen sie sich ein einen Tisch. Während sie aßen, berichtete Jesus, dass einer von ihnen ihn verraten würde. Judas Iskariot steht daraufhin vom Tisch auf und ging hinaus. Es folgt das Sakrament des Heiligen Abendmahles. (vergl. Matthäus 26). Nach dem Abendmahl erhält Petrus den Auftrag seine Brüder zu stärken. Es folgt auch der Hinweis, dass er ihn dreimal verleugnen wird. Im Johannesevangelium lesen wir noch die Trost– und Abschiedsreden Jesu. Es folgt die Verheißung der Sendung des Heiligen Geistes und: „Ich will wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin“ (Joh. 14, 3). Nach dem Mahl gingen der Herr und seine Apostel zum Ölberg. Jesus sagt ihnen, dass er sie in dieser Nacht verlassen muss. Petrus und die Apostel erwiderten, dass sie ihn nicht verlassen würden, selbst wenn sie sterben müssten. Es folgt das Gebet Jesu und die Ermahnung der schlafenden Jünger. Daraufhin kam Judas mit Soldaten sowie Hohenpriester und Ältesten des Volkes. Sie nahmen ihn gefangen und brachten ihn zum Haus des Hohenpriester Kaiphas. Auf den Hof des Hauses verleugnet Petrus dreimal seine Anhängerschaft zu Jesus. Beim Verhör wurden falsche Zeugen gerufen, welche in Ihren Aussagen nicht übereinstimmten. Auf die Frage des Hohenpriesters, ob er nun Gottes Sohn wäre, antwortete Jesu: „Du sagst es. Doch ich sage euch: Von nun an werdet ihr sehen den Menschensohn sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels.“ Diese Aussage wurde als Gotteslästerung aufgefasst und Jesus zum Tode verurteilt. Daraufhin spie man ihm ins Gesicht, verhüllte seinen Kopf und Schlug ihm ins Gesicht. Schließlich brachten sie ihn zu Pontius Pilatus, den Stadthalter. Im Matthäusevangelium lesen wir, dass das letzte Abendmahl am Abend vor dem Passahfest statt fand. Damit wurde Jesu am Donnerstag gekreuzigt. Das würde auch die Aussage Jesu unterstützen, dass er nach drei Tagen, also am Sonntag, wieder auferstehen würde. Unterdessen wollte Judas Iskariot die 30 Silberlinge zurückgeben, da er erkannt hatte, dass er etwas Unrechtes getan hatte. Da das Geld nicht zurück genommen wurde, schmiss er es in den Tempel und erhängte sich. Von dem Geld wurde später ein Töpfacker gekauft, welcher als Begräbnisstätte für Pilger diente. Damit erfüllte sich die Weissagung aus Sacharja 11,13 Frühmorgens kommt Jesus bei Pilatus an. Weil die Juden selber niemanden Töten durften, benötigten sie das Todesurteil durch Pilatus. Es folgt ein Gespräch zwischen Jesus und Pilatus zu dessen Ende Pilatus die Worte sagt: „Was ist Wahrheit?“. Er erklärt dem Hohenpriester und der versammelten Menge, dass er keine Schuld an Jesus finden würde. Daraufhin brachte man Jesus zu Herodes, der sich momentan in Jerusalem aufhielt. (Dieser war einer der Söhne, des Herodes dem Großen der damals den Kindermord zu Bethlehem befohlen hatte). Da aber Jesus kein Wort auf Herodes Fragen antwortete, trieb das Hofgesinde mit ihm Spott und Herodes schickte ihn zu Pilatus zurück. Wieder angekommen, wurde er von den Soldaten gegeißelt. Er bekam eine Dornenkrone sowie ein Purpurkleid. Wieder sagt Pilatus, dass er an Jesus keine Schuld finden kann. Das Volk wurde wilder und forderte den Tod Jesu. Pilatus fragte Jesus: „…Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich loszugeben, und Macht habe, dich zu kreuzigen?“ Jesus antwortete:

„Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre. Darum: der mich dir überantwortet hat, der hat größere Sünde.“

Seit diesem Augenblick suchte Pilatus nach einer Möglichkeit, den Herrn freizulassen. Die Juden aber erpressten Pilatus und warfen ihm Kaiseruntreue vor. Pilatus versuchte in letzter Instanz das Volk zwischen Barnabas und Jesus entscheiden zu lassen. Denn einer von ihnen konnte am Passahfest begnadigt werden. Das Volk entschied sich für Barnabas. Mit den Worten „Ich bin unschuldig an seinem Blut“ übergab Pilatus Jesus zur Kreuzigung. Es folgten erneut Schläge und Peinigungen durch die Soldaten. Mit dem Herrn Jesus wurden zwei weitere Verbrecher zur Hinrichtungsstätte Golgatha geführt. Damit erfüllt sich auch die Weissagung: „Er ist unter die Übeltäter gerechnet.“ (Jesaja 53, 12) Mit den Worten „Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun!“ vergab Jesus seinen Peinigern. Bis zum Tod Jesu sollten noch Stunden vergehen. Der qualvolle Tod am Kreuz endete mit vollkommener Finsternis von 12 bis 15 Uhr. Zum Ende dieser Zeit starb Jesus mit den Worten „Es ist vollbracht!“. Die Erde erbebte, die Felsen zersprangen, der Vorhang zum Allerheiligsten im Tempel zerriss in zwei Stücke. In tiefer Dankbarkeit und Demut stehen wir vor dem Opfer Christi und gedenken, dass er sein unschuldiges Leben für uns in den Tod gegeben hat. Damit wir sündige Menschen das ewige Leben bei Gott erhalten können.

Abschließen möchte ich mit den Worten Paul Gerhardts (1607-1676):

Wer hat dich so geschlagen, mein Heil, und dich mit Plagen so übel zugericht'? Du bist ja nicht ein Sünder wie wir und unsre Kinder, von Übeltaten weißt du nicht.

Du setzest dich zum Bürgen, ja lässest dich gar würgen für mich und meine Schuld; mir lässest du dich krönen mit Dornen, die dich höhnen, und leidest alles mit Geduld.

Ich bin, mein Heil, verbunden all Augenblick und Stunden dir überhoch und sehr; was Leib und Seel vermögen, das soll ich billig legen allzeit in deinen Dienst und Ehr.

Nun kann ich nicht viel geben in diesem armen Leben, eins aber will ich tun:

Es soll dein Tod und Leiden, bis Leib und Seele scheiden, mir stets in meinem Herzen ruhn.

Sebastian Müller

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