NAK Eberswalde | Einsame Spitze

Einsame Spitze- Psychologische und pädagogische Faktoren der Führungskompetenz

Unter diesem Titel fand im November 1999 ein Ämterseminar statt. Referent war Bezirksältester Prof. Dr. Dieter Kruse. Bezirksapostel Schröder sagte in seinen einleitenden Worten „als Hilfe für uns hatte der Stammapostel die sieben Punkte ‚Dienen und Führen in der Neuapostolischen Kirche‘ erarbeiten lassen.“

Diese Tipps sind auch für den Umgang von Geschwistern untereinander sehr passend. Auch Seelsorger(innen), musikalische Leiter(-innen) und Lehrer(-innen) in der Vorsonntagsschule, Kindergottesdienst und Religions und Konfirmandenunterricht können sich aus den folgenden Punkten inspirieren lassen.

Was sind Gründe für die Einsamkeit an der Spitze?

  • Ämter, die alles alleine machen wollen und niemandem Verantwortung übergeben
  • wenn man nur für Ja-Sagern umgeben ist

Kennzeichen einer Führungskraft

  • sie kennt das Ziel und weiß wohin sie die anderen führt
* Wiederkunft Jesus Christus
  • sie weiß den Weg, der zum Ziel führt
  • Nachfolge: Hinweise Jesu beachten, bereit sein zum Dienen, Nächstenliebe
  • sie ist bereit den Weg mitzugehen
  • nicht nur Hinweise geben, wie die anderen sich verhalten sollen
  • … Führungskräfte sind (…) Lernende, (…). Der lernende hat auch ein Recht auf Fehler.

Ein Blick in den Spiegel – Selbstbild, Fremdbild, Wunschbild

Selbstbild – Was macht mich aus? Wie bin ich?

Fremdbild – Wie sehen mich die anderen?

Wunschbild – Wie möchte ich sein?

  • Die verschiedenen Bilder haben Schnittmengen:

Schnittmenge von Wunschbild und Selbstbild: Was ich von mir weiß und wie ich werden will

Was gestern oder vor einem Jahr noch mein Wunsch war, habe ich heute realisiert.

Schnittmenge von Selbstbild und Fremdbild: Wie ich mich selber sehe, werde ich wahrgenommen

… Ich lebe ganz authentisch.

Schnittmenge von Selbstbild, Fremdbild und Wunschbild: Was ich von mir selbst verwirklicht habe, ich bin ganz ich selbst

= Authentizität

Authentische Menschen sind die, die in der Führung die größte Kraft haben.

  • wissen, dass sie nicht perfekt sind und sich weiterentwickeln müssen
  • können damit umgehen, dass andere sich anders einschätzen

Das Fremdbild ist nicht das bessere oder das schlechtere von uns, sondern es ist einfach nur ein anderes.

Was verleiht einer Person Autorität?

  • … eine Funktion, die sie ausübt
  • Amtsautorität
  • … Kompetenz, wenn sie etwas gut beherrscht
  • Sachautorität: a) Fähigkeit zu kommunizieren, d.h. zuhören und reden

b) Sicherheit im Evangelium

  • … durch ihre Persönlichkeit
  • Personenautorität: a) Wie bin ich?

b) Akzeptanz der anderen; kein Tratschen

„Die Autorität … sitzt in dem bewussten Wahrnehmen der Amtsrolle, in dem bewussten Einsetzen von Kompetenzen, die wir haben, und in dem Erlebbarmachen unsere persönlichen Merkmale. Das sollten sein: Kraft zur Nähe, Akzeptanz und spürbar werdende Liebe in der persönlichen Begegnung. Wer so handelt, dem fließt Autorität zu.“

  • Autorität wird von anderen gegeben, nicht von Führungskräften gefordert
  • Führungskräfte, die nur ihre Meinung durchsetzen, ist die Autorität abhanden gekommen
  • es ist notwendig zur übertragenen Rolle zu stehen, d.h. Kompetenzen im direkten Umgang zeigen

z.B. mit anderen reden, sie aufbauen

… nur so merken andere, dass man Kompetenzen hat

Gesprächskultur

Umgang mit Kritik

  • geduldiges Zuhören

Ziel: Aggressionen aus dem Gespräch nehmen

  • aufrichtiges Interesse an der Kritik

„Das ist wirklich normal und auch ein Zeichen unserer Intelligenz, wenn wir es für selbstverständlich erachten, dass andere Leute ihre eigene Denkweise haben und nicht alle genauso denken wie wir.

  • Standpunkt des anderen erfragen

Ziel: der andere erfragt danach meinen Standpunkt

„Mit Menschen anderer Standpunkte muss man sich nicht streiten. Wenn es eine Gesprächskultur gibt, kann man die Standpunkte nennen und darüber nachdenken.“

  • den Gefühlen von Menschen kann man nicht mit Argumentationen begegnen
  • Standpunkt des anderen nachempfinden (= Empathie)

Ziel: Verständnis für den anderen

Wissen um die Bedürfnisse der Geschwister

  • wenn Bedürfnisse nicht bekannt sind, können sie auch nicht gestillt werden

z.B. Warum kommen Geschwister in den Gottesdienst?

Sie haben Verlangen! Aber nach was?

Verlangen nach: Wort, Gemeinschaft, Singen, Menschen, Spiel im Kinderraum

  • jeder Mensch hat das Bedürfnis, in der Pyramide aufzusteigen
  • höhere Ebenen können erst erreicht werden, wenn die darunter liegende gesättigt wurde
  • in der Pyramide bewegt sich der Mensch permanent auf und ab
  • Grundbedürfnisse: spielen in Zentraleuropa eher geringere Rolle
  • Sicherheit: Führungskräfte geben Sicherheit

man kann sie einschätzen

sagen nicht heute so, morgen anders

  • „Wenn Menschen sich sicher fühlen, bekommen sie Lust auf Kommunikation.“
  • Anerkennung: Respekt vor dem Anderen haben

Anerkennung für das, was andere tun:

  • geht es in der Pyramide nicht nach oben, sondern nach unten, tritt Unbehagen ein
  • Führungspersonen sind verantwortlich für das Aufsteigen der Geführten in dieser Pyramide

„Tragen wir Sicherheit … [in die Gemeinde]? Tragen wir Kommunikation zu den Geschwistern? Dann sind wir Vorsteher [Führungspersonen], mit denen man reden kann.

„In der Neuapostolischen Kirche können die Geschwister mitgestalten.“

„… Viele Eltern und auch Amtsbrüder … [wollten] auf falschem Weg Glauben erzeugen …, nämlich bedrohend. (…) Glaube ist einladend.“

„Redet mit dem Anderen! Gebt ihm ein Sicherheitsgefühl und sagt ihm, was er wert ist! Geschwister die solches erfahren, steigen in der Bedürfnispyramide auf und entfalten ein schönes Glaubensleben.“

Quelle: “Einsame Spitze”, Zusammenfassung des Seminars “Psychologische und pädagogische Faktoren der Führungskompetenz”, Herausgeber NAK Berlin-Brandenburg, Referent Prof. Dr. Dieter Kruse

Die aktuellen Gottesdienstzeiten stehen auf dem Monatsplan:
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Mertensstraße 4
16225 Eberswalde

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